Die letzten Wochen und Monate waren nicht gerade von großartigen Fototouren geprägt. Zeit und Wetter spielten dabei eine große Rolle und hielten mich davon ab, meiner Leidenschaft intensiver nachzugehen.
Das ist leider der große Nachteil als Amateurfotograf. Man muss die Zeit nutzen, die man sich erübrigen kann. Leider weiß das das Wetter nicht. Immer wenn ich keine Zeit habe oder nicht weg kann, herrschen optimale Bedingungen für die Fotografie. Und wenn ich einmal draußen mit meinem Fotorucksack unterwegs bin, dann sind es meistens trübe und blasse Tage. Gerade im März ist das ein Problem. Die Natur zeigt erst kleine Vorboten des Frühlings, die Landschaft präsentiert sich aber überwiegend grau-braun. Deshalb ist das Licht um diese Zeit so wichtig. Es formt die Landschaft, verleiht ihr Tiefe, und gerade in den Bergen entstehen dadurch oft fantastische Lichtsituationen.

Aber trotz aller Widrigkeiten kann man das ein oder andere Motiv finden und als Bild mit nach Hause nehmen. Diesmal war ich nur mit meiner Fotokamera unterwegs, keine Videokamera, also auch kein YouTube-Video direkt vor Ort. Ich wollte mal wieder wie früher einfach losziehen, die Natur genießen und mich voll und ganz auf die Fotografie und die Motivfindung konzentrieren. Und was soll ich sagen, es war herrlich und befreiend, einmal nicht daran denken zu müssen, wie man den nächsten Blickwinkel filmen sollte, Wege doppelt zu gehen, mit Kamera und Mikrofon herumzuhantieren und jedes Mal wieder vom Motiv abgelenkt zu werden. Es war ein entspannter Fotovormittag.
Aber nun zurück zur Fotografie. Viel war nicht los, aber die Märzenbecher blühten schon, und ich versuchte mich wieder einmal an der Blumenfotografie. Ein Genre, in dem ich nicht wirklich gut bin. Um die triste Landschaft aus meinen Bildern herauszuhalten, montierte ich mein 70–200er mit einem EF12-Zwischenring. Somit hatte ich quasi ein Makroobjektiv. Ich konnte sehr nah an mein Motiv heran und den Hintergrund herrlich verschwimmen lassen. Ich spielte mit den üblichen Tricks, Blumen und Gräser im Vordergrund, die zu einem Farbenmeer verschwammen und mein Hauptmotiv umrahmten.

Als Nächstes fielen mir all die Knospen an den Ästen auf. Ich versuchte, sie als Muster festzuhalten, was gar nicht so einfach war. Es waren Geduld und Spielerei gefragt, um den richtigen Bildausschnitt zu finden, der mehr oder weniger ein Kompromiss war. Ebenfalls in Blüte standen die Birken. Ihre gelbgrünen, hängenden männlichen Kätzchen boten ebenfalls ein herrliches Muster. Neben dem passenden Bildausschnitt achtete ich auch auf den Hintergrund. Perfekt ist hier immer ein etwas kühlerer Hintergrund, der leicht ins Blaue zieht, denn so kommen die Blüten schön zur Geltung.
Die Aufnahmen entstanden überwiegend mit einer Blende zwischen 2.8 und 5.6. Nur so erhielt ich einen ruhigen, verschwommenen Hintergrund.










