Nach einem langen, heißen Arbeitstag konnte ich noch die Motivation aufbringen, um mich auf mein Mountainbike zu schwingen und eine entspannte Abendrunde zu drehen. Mit dabei meine Fotoausrüstung.
Am vorangegangenen Wochenende bin ich ebenfalls mit dem Rad unterwegs gewesen und habe am Wegesrand eine herrliche Fläche mit Blumen entdeckt. Diese wollte ich unbedingt fotografisch erkunden und nach interessanten Motiven Ausschau halten.

Blumenfotografie zählt jetzt nicht unbedingt zu meinen Stärken und nach den ersten paar Bildern war ich ehrlich gesagt nicht besonders überzeugt, bis ich eine Idee hatte. Ich montierte meinen Zwischenring mit dem 70-200er Objektiv, so erhielt ich eine Art Makroobjektiv. Hier ließen sich ein paar abstraktere und somit interessantere Bilder einfangen. Was mich aber auch nicht ganz überzeugte. Dann hatte ich die nächste Idee. Ich montierte den Zwischenring mit meinem Weitwinkel Objektiv, dem 16-35 f4. Ich weiß nicht, wer aller solche Zwischenringe kennt, aber diese verringern den Abstand zwischen Motiv und Linse, also die Naheinstellgrenze wird drastisch reduziert. Man kann näher ran und erhält so Nahaufnahmen, wo man ansonsten nur von weiter weg fotografieren hätte können. Der Effekt, Motiv wird größer im Bild.
In Verbindung mit dem Weitwinkel, der von Haus aus schon eine sehr geringe Naheinstellgrenze besitzt, geht mit dem Zwischenring auf fast null. Zwischen den Wiesenpflanzen stand ein Wiesen-Bocksbart, dessen Samenstand wie eine überdimensionierte Pusteblume wirkte. Hier bekam ich die Idee mit dem Weitwinkel. Ich wollte ganz nah ran und die feinadrigen Samenstände riesig im Bild haben.

Die Naheinstellgrenze war so gering, dass ich bei der Pflanze anstand. Ich bekam aber so faszinierende, abstrakt wirkende Bilder, die sich deutlich von “normaler“ Blumenfotografie abheben. Kein Vergleich zu meinen ersten Bildern. Es fehlt an Tiefenschärfe, an Schärfe generell, aber dies war auch gar nicht so die Intention. Das Stativ gab ich sehr bald auf, es war nicht möglich, hier mit dem Stativ zu arbeiten, da der leichte Wind die Blumen bewegte und sich der Abstand immer wieder änderte. Ich fotografierte freihand und konnte so besser und schneller auf Veränderungen reagieren. Um die Ausbeute an Bildern zu erhöhen, die mir gefallen, machte ich Reihenaufnahmen, während ich den Fokusring drehte. Zuhause suchte ich mir dann die schönsten Bilder heraus.
Diese Bilder sind eine abstrakte Studie, die nie den Anspruch hatte, alles scharf abzubilden, vielmehr sollte es verträumt und eben abstrakt aussehen. Auch Unschärfe, richtig eingesetzt, kann in einem Bild interessant wirken.


















